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Im Rathaus: Mobilität nachhaltig forcieren

20230531_SPD_Udo_SchiefnerDorothee_Martin_Verkehrsthemen_03_Rathaus-quer-Foto_Axel_Kppers Bürgermeister Christoph Dellmans vor dem Rathaus auf dem Kempener Buttermarkt mit Dorothee Martin, Dezernent Torsten Schröder, Tiefbau-Amtsleiter Andreas Drathen, Udo Schiefner MdB sowie den SPD-Stadträten Martina Güldenbog und Stefan Kiwitz (von rechts)

„Das Mobilitätskonzept für Kempen sollte alle Verkehrsteilnehmer mitnehmen – Radfahrer ebenso wie Fußgänger und Autofahrer sowie auch behinderte Menschen." Diesen Appell gibt Udo Schiefner der Stadt Kempen mit. In einem zweistündigen Hintergrundgespräch mit Bürgermeister Christoph Dellmans und der Verwaltungsspitze nimmt der Kempener SPD-Bundestagsabgeordnete aber auch Anregungen aus dem Rathaus mit nach Berlin.

Udo Schiefner ist Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag. Mit nach Kempen genommen hat der 63-Jährige seine Parteikollegin Dorothee Martin. Die Hamburgerin mit Pfälzer Wurzeln ist verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und sitzt zudem im Aufsichtsrat der Bahn. Die 45-Jährige nutzt die Gelegenheit, sich in Kempen mit dem Mobilitätskonzept zu befassen. „Wir schauen vor Ort genau hin, was man unbürokratisch beschleunigen kann, um dem Verkehrskollaps zu begegnen und die Klimaziele zu erreichen."

Vor dem Rathaus-Talk, an dem auch SPD-Vertreter aus dem Kempener Stadtrat teilnehmen, haben Dorothee Martin und Udo Schiefner in der Thomasstadt alle vier Mobilitätsvarianten im Praxistest abgeklopft: zu Fuß, mit dem Rad, mit der Bahn und im Auto. „Der Wille, Verkehrsblockaden in Kempen zu lösen, ist da. Aber behördlicherseits werden selbst uns als Stadt leider hier und dort Steine in den Weg gelegt", sagt Christoph Dellmans. Der Bürgermeister verweist auf Vorzüge wie das Gütesiegel „fahrradfreundliches Kempen" und eine Modernisierung der Stellwerke am Bahnhof mit der Linie RE10 – Niers-Express.

Die Verbesserungen im Bahnverkehr können Udo Schiefner und Dorothee Martin nach einem Blick hinter die Kulissen des Fahrdienstleiterstellwerks Kempen nur bestätigen. Beim 2019 beschlossenen Radverkehrskonzept regt Schiefner „mehr Tempo" in der Umsetzung an. Die Stadtverwaltung spricht mit Blick auf einen dicken Maßnahmenkatalog sowie personellen Engpässen von einem „dicken Brett".

Udo Schiefner regt nun einen „runden Tisch" unter seiner Moderation an, wenn es sich in der finalen Kurve zu mehr Mobilität in Kempen irgendwo stauen sollte, beispielsweise beim Ausbau von stark genutzten Kreuzungen. Kommunen wie Kempen sollten noch mehr nach Berlin schauen und rechtzeitig die Hand heben, wenn es um die Förderung des Bundes von sinnvollen Verkehrsprojekten geht. „Wir wissen, dass Sie als kompetenter und uns naher Verkehrspolitiker unsere Anliegen im Bundestag vertreten", betont Bürgermeister Dellmans.

Kaum zu lösen, so der Tenor in der Runde aus Politik und Verwaltung, seien Behinderungen im Verkehrsfluss zwischen Zug und Auto. „Der Niers-Express fährt viermal in der Stunde mitten durch Kempen. Da sind Staus an den Bahnübergängen vorprogrammiert", so der Technische Dezernent Torsten Schröder. Neue Unter- oder Überführungen seien im Stadtgebiet bautechnisch nicht umsetzbar. Der Knoten sei schwerlich zu lösen, und Kempen müsse hier anderweitig intelligente Lösungen herausarbeiten.

Zuversichtlich ist die Stadt, was die Versorung mit E-Ladesäulen betrifft. „Unsere Stadtwerke werden den Teppich aus Stromtankstellen noch engmaschiger stricken, so dass wir das zunehmend wichtiger werdende Thema E-Mobilität städtischerseits fördern", so Bürgermeister Dellmans. Aber auch andere Energieträger als Strom gelte es im Blick zu behalten, beispielsweise das Zukunftsthema Wasserstoff. Die SPD-Verkehrsexperten unterstreichen den Investitionswillen der Stadt(werke) in Sachen E-Mobilität ausdrücklich.

Dorothee Martin verweist auf das von der Ampelkoalition erlassene Elektroladeinfrastrukturgesetz. Den Hinweis aus dem Kempener Rathaus, dass dieses wie auch andere Gesetze nur solange gut sei, bis es ministeriell durch Verordnungen zerpflückt werde, nimmt die SPD-Politikerin mit ins Gepäck nach Berlin: „Wir müssen in Deutschland einen Weg finden aus der Kultur der Absicherung in alle Richtungen und der Gutachteritis endlich Einhalt gebieten."

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